Habt
Kraft zu kämpfen, habt Mut zu siegen!
Gründungserklärung
des Revolutionär-Kommunistischen Jugendverbandes (RKJV)
Beschlossen
auf der Gründungskonferenz am 12/13 Februar 2008
Der
Revolutionär-Kommunistische Jugendverband (RKJV), gründete sich als
Aufbauorganisation einer revolutionär–kommunistischen Jugendbewegung am
12/13.02.2008 aus der Überzeugung heraus, dass es in Österreich zur Zeit keine
radikal auf kommunistische Grundsätze sich beziehende kämpferische
Jugendorganisation gibt. Um eine solche aufzubauen, und somit eine Organisation
zu schaffen die sich im Klassenkampf vor allem den Problemen und Aufgaben der
Jugend widmet, sich auf die proletarische Jugend konzentriert und sich auf sie
stützt, haben wir beschlossen, durch unsere Gründung und somit die Schaffung
einer Aufbauorganisation mit dementsprechenden Zielen den ersten Schritt zu
wagen.
Zurzeit
gibt es in Österreich nur sozialdemokratische und reformistische (1)
Jugendgruppen einerseits und revisionistische bis neorevisionistische (2)
andererseits, aber keine revolutionär-kommunistische Gruppe mit einer genauen
Systemanalyse und dem bestreben eine Kampfpartei für die ArbeiterInnenklasse
aufzubauen. Denn so sehr wir uns auch den Problemen der Jugend widmen, auf
welchen zweifellos unser Hauptaugenmerk liegt, kann ein endgültiger Bruch mit
dem System nur erfolgen, wenn sich die Ausgebeuteten eine revolutionäre
Kampfpartei schaffen. Deshalb sehen wir dies, in der Frage des Systems und
dessen Umsturz als unsere längerfristige Hauptaufgabe an.
Die
am stärksten ausgebeuteten in der kapitalistischen Gesellschaft sind zweifellos
die ArbeiterInnenklasse (Proletariat) und das Halbproletariat (Also
beispielsweise Nebenerwerbsbauern, welche zwar im Besitz einer kleinen
Landwirtschaft sind, von dieser allein jedoch nicht leben können und somit zur
Lohnarbeit gezwungen werden). Die Jugend dieser beiden ist es, in der das
revolutionäre Potential liegt. Diese Jugend ist es die sich organisieren muss,
um zumindest morgen zu dem besseren Leben gelangen zu können, das uns heute vom
System, dem Kapitalismus, vorenthalten wird.
Wir
sind uns darüber bewusst, dass das Klassenbewusstsein in Österreich sehr
niedrig ist. Dennoch wächst es von Tag zu Tag den wir in der Knechtschaft und
Bevormundung des kapitalistischen Systems verbringen müssen. Unsere momentane
Aufgabe kann nur sein, die fortschrittlichsten, bewusstesten und kämpferischsten
Personen zu sammeln und so einen festen Kern, eine Grundlage für den weitern
Aufbau einer revolutionär-kommunistischen Bewegung zu schaffen.
Revolutionärer
Kommunismus und unsere historischen Wurzeln.
In
unserem Weltbild, dem revolutionären Kommunismus, grenzen wir uns bewusst von
den Entartungen des so genannten „realen Sozialismus“ ab, ohne jedoch die
Vorteile, die dieses System für die Bevölkerung dieser Länder mit sich
brachte (Arbeitsplatzsicherheit, genügend Wohnungen, freie medizinische
Versorgung,…) zu übersehen. Wir beziehen uns positiv auf die Erfahrungen der
revolutionären Arbeiterbewegungen und fortschrittlichen Volksbewegungen,
insbesondere die bisherigen Versuche des sozialistischen Aufbaus (Pariser
Kommune, die Sowjetunion, die Volksrepublik China und die Sozialistische
Republik Albanien). Somit stehen wir in der direkten Linie der ersten revolutionären
Arbeiterjugendorganisation in Österreich, des Kommunistischen
Jugendverbandes
(KJV von 1918 bis 1945 – siehe
Kasten)
und den Versuchen des revolutionären Parteiaufbaus die bisher in Österreich
erfolgten, was so viel heißen will wie:
Die
positiven Aspekte und die fortschrittliche Linie, welche die Marxistisch-Leninistische
Partei Österreichs
(MLPÖ) bei ihrer Gründung und an-
schließend etwa 20 Jahre lang vertrat.
Die
positiven Errungenschaften des Kommunistischen
Bundes
(KB), der es in den 1970er Jahren
verstand besonders viele Jugendliche zu
organisieren.
Der
Kommunistische Jugendverband (KJV) ging Ende 1918 aus den schon im Jahre 1917
bestehendem „Verband jugendlicher Arbeiter“ (VJA) hervor. In ihm sammelten
sich revolutionäre Jugendliche welche sich am Beispiel der sozialistischen
Oktoberrevolution, aus welcher die Sowjetunion hervorging, orientierten. Der KJV
wurde zur Jugendorganisation der damals noch revoutionären kommunistischen KPÖ.
Er erwarb sich große Verdienste im Kampf gegen Reaktion und verstärkte
Repression genauso wie im antifaschistischen Widerstandskampf in dem der KJV
eine gewichtige Rolle spielte. Diese große Rolle im antifaschistischen
Widerstand kostete jedoch auch das Leben vieler KJV-GenossInnen. Als nach dem
Krieg jene welche aus dem Exil zurückkehrten im KJV Führungspositionen
einnahmen, kam es zu schweren inhaltlichen Differenzen mit jenen die in den
vergangenen Jahren in Österreich illegal kämpften. Zeitgleich wollte die KPÖ-Führung
zu dieser Zeit in falscher Logik die Volksfrontstrategie (also die
Zusammenarbeit
aller antifaschistischen Kräfte mit der einzigen Bedingung einer demokratischen
Gesellschaftsperspektive), welche während des Krieges Sinn hatte, weiterführen.
Der KJV als strikt kommu-nistisch ausgerichteter Jugendverband wurde aufgelöst
und 1945/46 durch die „Freie Österreichische Jugend“ (FÖJ) ersetzt. In ihr
tummelten sich von KPÖ-orientierten bis hin zu katholischen Jugendlichen alle
– die
kommunistische
Perspektive wurde dadurch aber aufgegeben.
Wir
sehen uns somit in scharfem Gegensatz zu jenen die beispielsweise die DDR oder
die Sowjetunion ab den 50er Jahren als sozialistische Vorbilder verkaufen
wollen. Wir beziehen uns hingegen positiv auf die Kritik an den
revisionistischen Ländern (also:
Sowjetunion, Kuba sowie verschiedene Volksdemokratien in Osteuropa, etc…)
welche seit 1956 vor allem von der Kommunistischen
Partei China
(KPCh) sowie der Partei
der Arbeit Albaniens
(PdAA), geübt wurde. Diese Kritik fand ihren theoretischen Höhepunkt in dem
Werk „Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen
Bewegung“. Die „Große
Proletarische Kulturrevolution“ dagegen stellt den praktischen Höhepunkt
dieser Kritik dar.
Um
bewusst auch in der Namensgebung einen Unterschied zu revisionistischen, sich
kommunistisch nennenden Kräften zu proklamieren, bezeichnen wir unsere
Weltsicht, unsere Theorie zur Umwälzung der Gesellschaft, als revolutionären
Kommunismus.
Im
Staat sehen wir lediglich ein vorübergehendes, zeitlich begrenztes, aber
notwendiges Übel. Der Kapitalismus als System der Bonzen und Chefs, der
Privatwirtschaft und Banken (Bürgertum = Ausbeuterklasse = Bourgeoise) ist die
Ordnung der Ausbeutung und Unterdrückung. Der Sozialismus ist die Herrschaft
der Arbeiterklasse im Bündnis mit dem revolutionären Halbproletariat über die
ehemaligen Ausbeuter, welcher in der „Diktatur des Proletariats“ Ausdruck
findet. Diese wird in Form der arbeitenden Körperschaften, den Räten, deren
Repräsentanten jederzeit wählbar, abwählbar und rechenschaftspflichtig sind,
aus-geübt. Der Sozialismus ist eine Klassengesellschaft. Wie in jeder anderen
Klassengesellschaft findet auch im Sozialismus ein sich unterschiedlich äußernder
Klassenkampf statt. Der Kampf zweier oder mehrerer Linien ist die notwendige
Widerspiegelung des Klassenkampfes in der Kommunistischen Partei. Der
Kommunismus ist die klassenlose Gesellschaft, in welcher auch schon der Staat
als solcher abgestorben ist. Denn als revolutionäre KommunistInnen sehen wir
den Staat immer als ein Unterdrückungswerkzeug, in dem eine Klasse die andere
unterdrückt. Solange es Reste der alten Gesellschaft gibt, muss der
Staatapparat in den Händen der ArbeiterInnenklasse von der ArbeiterInnenklasse
genutzt werden, um die letzten Reste der ehemaligen Unterdrückung zu beseitigen
– wie un-scheinbar oder verdeckt diese auch auftreten mögen. Erst wenn dies
geschehen ist, ist der Staat als solcher reif abzusterben und sich somit als
Unterdrückungswerkzeug (Also seinem einzigen Existenzgrund) aufzulösen. Dies
ist eine der wesentlichen Fragen, die uns beispielsweise von fortschrittlichen
AnarchistInnen trennt.
Unsere
Arbeit in Theorie und Praxis.
Eine
genaue Analyse der herrschenden Zustände ist wichtig um zu wissen wie man
vorgeht und gegen wen man kämpft. Diese Analyse ist die Grundlage des
permanenten Kampfes für die Verbindung von revolutionärer Theorie und Praxis.
Die Dinge immer wieder selbstkritisch neu zu überdenken, und keinem
starr-religiösen Einheitsdenken zu verfallen ist Voraussetzung für fruchtbare
Arbeit.
Mit
unserer Arbeit in der Praxis bezwecken wir, die fortschrittlichen schon erwähnten
Teile der Jugend, zu mobilisieren und weiterführend zu organisieren, denn
organisiert zu sein bedeutet seiner eigenen Stimme um ein vielfaches mehr an
Gewicht zu verleihen. Auch müssen wir uns organisieren, da unsere Ausbeuter
sich ebenfalls in ihren diversen Institutionen zusammenschließen und so ihre
Schläge gegen uns, die ArbeiterInnenjugend, stärker und effizienter umsetzen können.
Unsere Aufgabe als Aufbauorganisation ist es somit, das revolutionäre
Bewusstsein in die Arbeiterjugend hineinzutragen und zu propagieren. Denn eines
ist gewiss: Will man einen Umsturz, eine Revolution, die weiterführend etwas
Neues aufbaut - also etwas bringt - so braucht man eine revolutionäre Partei
und eine Bewegung dazu. Dieser Umsturz lässt sich nur mit entsprechendem Wissen
bewerkstelligen. Dieses Wissen – die revolutionäre Theorie – muss den
fortschrittlich denkenden Menschen zugeführt und nach besten Möglichkeiten auf
die konkreten Bedingungen in Österreich heute umgelegt werden. Das ist unsere
momentane Hauptaufgabe.
Unsere
Art diese klassenbewusste Jugend zu organisieren und ihr Potential auszuschöpfen,
ist es durch Demonstrationen, Flugblätter und Zeitungen auf uns aufmerksam zu
machen und den Aufbau einer revolutionär-kommunistischen Partei, die
Notwendigkeit der sozialistischen Revolution sowie der Diktatur des Proletariats
zu propagieren. Im Rahmen unserer Möglichkeiten organisieren wir
Demonstrationen, geben zu allen wichtigen Anlässen Flugblätter heraus,
beteiligen uns aktiv an verschiedenen Arbeitskämpfen und Streiks (bzw. unterstützen
diese wo wir nur können) und geben eine eigene Zeitung heraus.
In
der tagespolitisch und gewerkschaftlich dominierten Bewegung streichen wir immer
wieder die Notwendigkeit einer Abkehr von sozialdemokratischen Ideologien wie
der „Sozialpartnerschaft“ heraus, und bemühen uns aufzuzeigen, dass diese
ein Instrument ist, die ArbeiterInnenklasse so weit wie möglich ruhig zu
halten, selbstständige Aktionen (welche es in Österreich nur äußerst selten
gibt) so weit wie möglich zu vermeiden und im Endresultat den größten Gewinn
für die Bourgeoisie, also die herrschende Klasse herauszuholen. Nur durch einen
Bruch mit diesem Knebel der ArbeiterInnen wird in den Kämpfen um Löhne,
Arbeitsplätze, faire Behandlung, etc... wieder etwas erreicht werden können.
All-gemein kann gesagt werden dass es in Österreich keine klassenkämpferische
Gewerkschaftsbewegung gibt. Stattdessen existiert eine Gewerkschaftsbürokratie
in Form des ÖGB und dessen Jugendorganisation, der „Österreichischen
Gewerkschaftsjugend“ (ÖGJ) welche den Zweck haben, die klassenkämpferische
Gewerkschaftsbewegung und jegliche Initiative von unten im Keim zu ersticken.
Dem entgegen halten wir das Selbstorganisationskonzept und versuchen unseren Möglichkeiten
gemäß dieses zu propagieren – auch unter AktivistInnen von ÖGB und ÖGJ.
Faschismus,
Rassismus, Sexismus, etc... gilt es natürlich verstärkt zu bekämpfen. Dabei
versuchen wir in Aktionseinheiten und Bündnissen die militante und revolutionäre
Linie durchzusetzen. Doch es sei darauf hingewiesen, das dies alles Stützen des
Kapitalismus sind, da sie die Arbeiterinnen und Arbeiter spalten und
auseinanderdividieren. Sei es durch Flugblätter die sich auf diese Themen
konzentrieren oder Artikel in unserer Zeitung, immer wieder propagieren wir
dagegen die unbedingte Notwendigkeit der revolutionären Einheit der
Arbeiterklasse, da wir wissen nur so etwas erreichen zu können. Solange die
ArbeiterInnen sich gegenseitig unterdrücken und bekämpfen (In- Ausländer,
Mann – Frau, Arbeitende – Arbeitslose, etc..)
haben die tatsächlichen Ausbeuter, die Bosse und Chefs – also die
Kapitalisten, leichtes Spiel. Das ist auch unsere Motivation, mit anderen
fortschrittlichen Gruppen und Einzelpersonen gerne koordinierte Aktionen zu
setzen und eine starke Bündnispolitik voranzutreiben, welche sich auch schon in
vielen Fällen bewährte.
Doch
auch im Ausland sind wir um Bündnisse und solidarische Kontakte bemüht. Dies
insbesondere mit Gruppen in österreichischen Neokolonien (3).
Auch waren der Revolutionär
Kommunistische Jugendverband und
die Initiative für den Aufbau einer Revolutionär-Kommunistischen Partei (IA.RKP)
die einzigen Organisationen in Österreich die Solidaritätskampagnen mit der
nepalesischen Revolution ins Leben riefen und diese nicht nur materiell unterstützten
sondern auch bekannt machten und propagierten. Dies ist nur eines der vielen
Beispiele unsere internationale Arbeit betreffend. Anders als andere
Organisationen in Österreich die im US-Imperialismus den „Hauptfeind“
sehen, betonen wir dass der Hauptfeind im eigenen Land steht und somit der österreichische
Imperialismus (4)
selbst ist.
Wir versuchen seine Machenschaften bekannt zu machen und in der Arbeiterklasse
den Kampf dagegen zu propagieren. Insbesondere propagieren wir Bewegungen im
Ausland die sich gegen jeglichen Imperialismus und nicht nur gegen einen
bestimmten (beispielsweise den US-amerikanischen) richten.
Für
Österreich steht, zusammenfassend, der Aufbau einer revolutionär-kommunistischen
Kampfpartei als wichtigste Aufgabe an. Der Revolutionär-Kommunistische
Jugendverband (RKJV)
bekennt sich offen dazu, eine Vorfeldorganisation der Parteiaufbauinitiative
IA.RKP zu sein, den Schwerpunkt in unserer politischen Arbeit legen wir hingegen
auf die Jugend. Wir wollen den revolutionären Kommunismus und die Notwendigkeit
des revolutionär-kommunistischen Parteiaufbaus propagieren und somit in der
ArbeiterInnenjugend festigen. Wir rufen alle, die für den Umsturz der
kapitalistischen Gesellschaft eintreten und als Alter-native zu den herrschenden
Zuständen, den Aufbau des Sozialismus und der revolutionären Diktatur des
Proletariats erkannt haben dazu auf, mit uns gemeinsam zu kämpfen – ob sie
nun bei uns organisiert sind oder nicht.
Denn
für alles Kapitalistische gilt, dass es nicht fällt wenn man es nicht
niederschlägt!
Gründet
Streikkomitees und revolutionäre Zirkel an eurem Arbeitsplatz, in eurer Schule
und in eurem Umfeld!
Beschlossen
auf der Gründungskonferenz des Revolutionär-Kommunistischen Jugendverbandes am
11/12 Februar 2008
Begriffserklärungen:
(1)
Reformismus
bezeichnet eine politische Strömung welche zwar gewisse Missstände in der
Gesellschaft (manchmal mehr manchmal weniger) erkennt und diese über den Weg
der Reformen zu beseitigen versucht. Ihren politischen Kampf richten diese Strömungen
beinahe ausschließlich auf tagespolitische Kämpfe (bsp. Lohnkämpfe,
Antirassismus, etc...) aus, konzentrieren sich darauf diverse Ansätze für den
Kampf um Reformen zu unterstützen, stellen das Gesamtsystem, den Kapitalismus,
aber kaum bis gar nicht in Frage.
(2)
Als Revisionistisch wird eine gegen
die Revolution und den Kommunismus, letztendlich also auch gegen die
fortschrittlichen Teile der ArbeiterInnenklasse, gerichtete politische Strömung
bezeichnet. RevisionistInnen beziehen sich zwar auf Marx, Engels, Lenin und auch
auf Stalin, bezeichnen sich weiters auch als SozialistInnen oder Kommu-nistInnen,
haben aber tatsächlich die Prinzipien des revolutionären Kommunismus verfälscht,
verraten und in ihr Gegenteil verwandelt. Der Revisionismus beraubt den
Kommunismus seines revolutionären Inhalts. Der Revisionismus besteht aus
mehreren verschiedenen Strömungen und Flügeln die sich zum Teil auch erbittert
bekämpfen. Jene Kräfte welche beispielsweise die Sowjetunion nach Mitte der
1950er Jahre als sozialistischen Staat präsentieren wollen sind typische
Verfechter des Revisionismus. Auch Behauptungen dass die ArbeiterInnenklasse auf
parlamentarischem Weg die Macht erobern kann, oder Phrasen wie von der
„potentiellen Gewalt der ArbeiterInnenklasse“ sind den Revisionisten eigen.
Eine genauere Auseinandersetzung findet sich dazu unter anderem in dem Dokument
„Thesen zum arbeiteraristokratischen und
kleinbürgerlichen Sozialismus“ der Initiative
für den Aufbau einer Revolutionär-Kommunistischen Partei (IA.RKP).
(3)
Neokolonien
sind die ökonomisch und sozial schwach entwickelten, vom gegenwärtigen
Imperialismus ausgebeuteten Länder. So sind Neokolonien des österreichischen
Imperialismus beispielsweise Rumänien oder Kroatien. Des französischen
Imperialismus Algerien und Guyana. Des US-Imperialismus Kolumbien oder die
Philippinen – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
(4)
Imperialismus
ist das gegenwärtige, höchste, Entwicklungsstadium des Kapitalismus. Der
Imperialismus ist dadurch gekennzeichnet dass in ihm eine relativ kleine Gruppe
an Monopolkapitalisten die Macht ausübt, also Wirtschaft und Staat vollkommen
beherrscht. Der Imperialismus führt zur erbitterten Jagd nach Höchst(Maximal-)profiten
rund um den Erdball, zu Krisen, Kriegen und gegebenenfalls zum Faschismus.
Imperialistische Länder müssen andere Länder aufgrund ihrer ökonomischen Interessen überfallen
bzw. unterjochen.
Resolution
zur Lage der Arbeiterjugend in Österreich.
Beschlossen
auf der Gründungskonferenz des
Revolutionär-Kommunistischen
Jugendverbandes (RKJV) am 12/13 Februar 2008.
In
leicht gekürzter Version im März/April 2008 als IA*RKP-Flugblatt erschienen.
Veröffentlicht
in der Proletarischen Revolution (Zeitung der IA*RKP) Nummer 32 und im Roten
Morgen Nummer 17 (August/September 2008)
Viele
Jugendliche sehen heute einem Leben ohne größere Perspektiven und/oder
Erwartungen entgegen. Viel zu oft beschränken sich diese Perspektiven darauf,
die Lehre oder Schule mit Müh und Not hinüberzubiegen und dann, wenn´s gut läuft,
vielleicht einen Job zu bekommen indem die Kohle ein bisschen mehr als nur die
wichtigsten zum Leben notwendigen Dinge abdeckt. Von dem Gefühl in einer
Gesellschaft zu leben die auch nur im Geringsten auf die Bedürfnisse und
Lebenswünsche der Jugend eingeht, kann keine Rede sein. Nun ist man aber auch
konfrontiert mit den Meldungen und Positionen der Parlamentsparteien und deren
Meinungsmachern, den Medien. Viel ist da die Rede von Komasaufen, von ständig
steigender Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, Drogenkonsum, Jugendkriminalität,
dass wir unfähig seien Konflikte zu lösen da wir ohnehin eine „No-Future-Generation“ seien, usw... Nun, haben diese
„Positionen“ ihre Gültigkeit? Sind sie vielleicht sogar Ausdruck dessen das
die Parteien von blau bis grün in Wirklichkeit hoch besorgt sind um die
Jugendlichen in Österreich? Die Antwort auf beide Fragen ist klares NEIN! Ein
klares NEIN zu all diesem Gefasel weil es zu nichts anderem angetan ist, als die
Ursachen für tatsächlich steigenden Drogenkonsum, für tatsächlich immer größere
Gewaltbereitschaft, für eine wirklich vorhandene Perspektivlosigkeit
verschleiert, verdeckt und verfälscht. Hier wird so getan als sei die Jugend
kollektiv einer ganz grauseligen Unmoral verfallen und dies aus verschiedensten
Gründen – nur ein Grund darf nicht ins Spiel gebracht werden, nur um eine
Fragestellung machen die herrschenden Eliten konsequent einen großen Bogen wenn
sie sich mit „der Jugend“ beschäftigen: Die Frage nach dem Gesamtsystem in
dem wir leben, die Frage danach ob es nicht gerade dieses System, der
Kapitalismus, ist welches Perspektiven raubt anstatt sie zu geben?! Warum wird
diese Frage von allen Parteien die es in Österreich gibt umgangen? Warum beschränken
sie sich, im besten Fall, darauf einige kleine Reformen, wobei diese Reformen
meist nur eine Abänderung in einem verstaubten Paragraphen, aber keine reale
Veränderung darstellen, zu „fordern“?
Die
Beantwortung dieser Frage ist im Wesen der Parteien selbst zu suchen. Es hat
keinerlei Sinn einer beliebigen Partei moralische Floskeln a la „besinnt euch
doch auf eure Wurzeln“ oder „richtet euch doch nach dem was eure Parteibasis
will“ um die Ohren zu werfen. Das ist so weil alle Parteien in Österreich für
dasselbe System einstehen. Alle sind sie Parteien die den Kapitalismus, die
Bosse und Chefs, vertreten. Einige wollen mehr Umweltschutz, andere ein
„soziales Österreich“ – aber auch diese Dinge nur in ihren Wahlkampagnen.
Sobald es darum ginge gegen reale Verschlechterungen für die österreichische
ArbeiterInenklasse im Allgemeinen und die Arbeiterjugend im Speziellen
einzutreten, verliert sich selbstverständlich jede Partei in wirkungslosen und
beabsichtigt die tatsächliche Situation verschleiernden Phrasen. Daneben gibt
es aber auch noch die Hetze. In einer Selbstverständlichkeit bei welcher einem
das Kotzen kommt, wird da ganz pauschal die junge Generation aus
Einwandererfamilien (also Familien mit Migrationshintergrund) als kriminell
abgestempelt oder werden arbeitslose Jugendliche als Faulenzer, „Owizahrer“
und Schmarotzer bezeichnet! Wichtig ist dabei dass das die Arbeiterjugend
einende, das was uns objektiv betrifft, in den Hintergrund gedrängt wird. Kein
Mensch spricht von den permanenten Verschlechterungen für die Jugendlichen in
Österreich. Niemand verweist darauf dass In Schulen nur das gelehrt wird was später
dazu dienen soll uns zu braven, das Maul haltenden ArbeiterInnen zu machen.
Niemand verweist darauf dass Lehrlinge immer mehr in ihren Rechten beschnitten
werden, dass Angst um den Ausbildungsplatz das Leben zu bestimmen beginnt und
die angebliche „Lehrlingsentschädigung in beinahe allen Fällen nicht im
Geringsten ausreicht um halbwegs über die Runden zukommen – außer man lebt
nach wie vor bei den Eltern, wobei das natürlich auch nicht immer das „Gelbe
vom Ei“ ist und man eigentlich raus möchte. Kurz gesagt: Es geht der
herrschenden Klasse darum, uns davon abzulenken dass wir in der Jugend zu dem
gemacht werden was wir für sie sein sollen – jederzeit austauschbare Elemente
welche durch ihre Arbeit enorme Werte herstellen, den Profit daraus aber an die
Besitzer der Maschinen und Fabriken abgeben und nur einen Bruchteil von dem
erhalten was sie selbst, und nicht der Chef, erarbeitet haben. Sie wollen nicht,
dass wir uns dessen bewusst werden. Sie wollen dass wir unsere Unzufriedenheit,
unseren Schmerz darüber dass unser Leben von der Arbeit für jemand anderen
bestimmt wird, dass wir mehr und mehr zu Rechtlosen ohne Perspektive werden, in
Talkshows, in Religionen (inklusive Esoterik!), in den Feindbildern welche sie
uns durch ihre Hetze vorsetzen, vergessen. Aber wir sollen uns bloß nicht darüber
klar werden dass wir als Jugendliche die Zukunft der Gesellschaft sind, dass wir
erkennen dass sich diese Gesellschaft zu ändern hat, dass sich die
Arbeiterjugend ihrer Stärke klar wird, sich zusammenschließt und revolutionär
organisiert. Davor haben sie Angst, denn eine geeinte, fortschrittliche
Arbeiterjugend ist eine Jugend, die um ihre Rechte, um eine das gesamte Leben
betreffende Perspektive, kämpft. Dieser Kampf ist nicht individuell zu führen,
denn alleine rennt man schnell gegen die Mauern des Systems, alleine hat man
keine Chance gegen die Herrschenden und ihren Staat. Deshalb müssen wir uns
organisieren, deshalb müssen wir uns zusammenschließen – nur so besteht die
Möglichkeit dass der Kampf um unsere Rechte erfolgreich, der Kampf gegen das
herrschende System und für die Macht der ArbeiterInnenklasse und ihre Jugend
konsequent und siegreich geführt werden!
Doch
wie steht es jetzt mit dem angeblich so großen Gegensatz zwischen SchülerInnen
und Lehrlingen? Trennt uns tatsächlich so viel wie uns weisgemacht werden soll?
Sind wir zwei vollkommen unterschiedliche „Gruppen“ in ein und derselben
Gesellschaft? Sind nur die Lehrlinge gemeint wenn es um ArbeiterInnen geht, und
haben SchülerInnen nichts mit den Verschlechterungen für die Arbeiterklasse zu
tun? Dazu geben wir folgende Antwort:
Das
Hauptaugenmerk unserer Arbeit legen wir auf die Arbeiterjugend. Diese teilt sich
in zwei spezifische Gruppen: Erstens, die unmittelbar in den Produktionsprozess
eingebundene Arbeiterjugend, also junge Arbeitslose, Lehrlinge und junge
ArbeiterInnen. Sie sind Teil der proletarischen Jugend da sie selbst in ihrem täglichen
Leben lohnabhängig sind und somit unmittelbar (direkt) in das kapitalistische
Lohnsystem ein-gebunden sind. Zweitens, die nicht in den Produktionsprozess
eingebundene Arbeiterjugend. Hier sind in erster Linie SchülerInnen gemeint die
aus Arbeiterfamilien kommen. Da sie von ihren Eltern finanziell und ihr gesamtes
Leben betreffend abhängig sind (vom Lohn der Eltern mitversorgt werden müssen)
stehen sie eben auch in Abhängigkeit zum Lohn ihrer Eltern und sind deshalb zur
Arbeiterjugend zu rechnen – auch wenn sie selbst nicht direkt in das
Lohnsystem eingebunden sind.
Wir
sehen also dass es um mehr geht als das, was uns die bürgerlichen
Parlamentsparteien glauben machen wollen. Denn über alle Unterschiede, die es
in unserer täglichen Beschäftigung in Betrieb oder Schule gibt, geht es darum
ob jemand von den Herrschenden, den Bossen und Chefs, ausgebeutet wird (oder
eben von jemandem abhängig sind der ausgebeutet wird), oder ob man selbst zu
jenen gehört die ausbeuten und von der Arbeit der anderen leben. Darum geht es,
denn das ist der grundlegende Widerspruch auf dem der Kapitalismus beruht –
der Widerspruch zwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern.
Die
Jugend ist es, welche Verschlechterungen oft sehr früh zu spüren bekommt, oder
gegen die es selbst gezielte Vorstöße des Kapitals gibt. So wurde der bisher
bestehende Lehrlingsschutz durch die aktuelle Regierung dramatisch aufgeweicht.
Eine jederzeitige Aufkündigung des Arbeitsverhältnisses ist dem Chef nun im
ersten und zweiten Lehrjahr möglich. Gleichzeitig gibt es den so genannten
„Blum-Bonus“. Das ist ein Bonus der an Firmen ausbezahlt wird, die Lehrlinge
ausbilden. Im ersten Lehrjahr bekommt ein Betrieb pro Lehrling den er ausbildet
400 Euro, dann dreihundert Euro und im dritten Lehrjahr nur mehr 100 Euro. Diese
Staffelung führt dazu dass viele Lehrlinge kurz vor Beginn des dritten
Lehrjahres gekündigt werden (was dank Aufweichung des „Kündigungsschutzes“
ja möglich ist) und ein neuer Lehrling eingestellt wird, dem zwar später
dasselbe Schicksal ereilen wird, der aber in den ersten beiden Ausbildungsjahren
dem Betrieb wesentlich mehr Förderungen bringt als ein Lehrling im dritten
Jahr. Tausende sind wegen dieser Tatsache ohne abgeschlossene Ausbildung und
meist arbeitslos. Ein Umstand der junge Arbeitssuchende allgemein, unter ihnen
aber hauptsächlich junge Frauen betrifft, sind doch zwei Drittel aller
arbeitslosen Jugendlichen Frauen. Aber auch im Schulwesen zeigt sich dass der
Kapitalismus für Jugendliche kein selbstbestimmtes Leben, dafür aber eines
voll Bevormundung und Hetze bieten kann. Im Rahmen der schwarz/blauen
„Bildungsreform“ wurde beispielsweise klammheimlich das Streikrecht für SchülerInnen
abgeschafft – bis zum heutigen Tage blieb es dabei, und keine Partei macht
Anstalten diese ungeheure Maßnahme rückgängig machen zu wollen... Warum auch,
ihnen nutzt es doch nur! Auch die bei der Berufsschulausbildung anfallenden
Internats- und Anfahrtskosten müssen bis auf wenige Ausnahmen von den
Jugendlichen selbst getragen werden. Ein harter Schlag, wenn man bedenkt dass
dies unterm Strich meist einige hundert Euro ausmacht und somit schnell mal ein
Monatslohn durchgebracht ist. Die für gewerkschaftliche Jugendarbeit zuständige
„Österreichische Gewerkschaftsjugend“ (ÖGJ) prangert diesen Missstand zwar
an, alles was sie an Aktion setzt ist aber eine Unterschriftenliste, welche dem
Sozialminis-ter (E. Buchinger) jener Regierung übergeben werden soll, die den Kündigungsschutz
für Lehrlinge quasi zerschlug. Ob mit einer bloßen Unterschriftenliste etwas
zu erreichen ist? Wohl kaum, doch genau das ist die Aufgabe der Führung von
solchen Vereinen wie der ÖGJ. Sie sollen uns täuschen indem sie uns vorgaukeln
dass etwas gegen die Ausbeutung getan wird, sie lenken ab von der Tatsache dass
die Gewerkschaften hierzulande ein Herrschaftsinstrument der Kapitalisten wurden
und mit Kampf für die ArbeiterInnenjugend nichts mehr zu tun haben. Sie gängeln
uns um uns zum Ruhighalten zu organisieren, nicht aber um den gemeinsamen Kampf
für unsere Rechte und um ein besseres Leben voranzutreiben.
Wie es nun auch gedreht und
gewendet wird, es zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass die jugendlichen
(ebenso wie erwachsenen) ArbeiterInnen keine Alternative zum System im System
finden können. Denn von FPÖ bis KPÖ – trotz mancher Unterschiede – bleibt
die Tatsache dass sie allesamt auf dem Boden des Kapitalismus stehen eine
traurige Realität. Sie verteidigen ihn, sie nutzen ihn, sie sind ihm dienlich
und setzen jene Schritte die für die Kapitalisten notwendig sind: Schritte zur
noch profitableren, noch weitergehenden, noch stärker spürbareren Ausbeutung.
Ob nun eine Wahl ins Haus steht oder nicht: All jene die mit dem herrschenden
System paktieren bzw. dieses direkt vertreten sind der direkte Feind der
ArbeiterInnen. Mit ihren geheuchelten Einsätzen für uns Jugendliche bewirkten
sie bisher rein gar nichts zum Besseren – aber das ist ja auch nicht ihr
Interesse, das ist nur ihre Maske. Jene welche auf große Verbesserungen im
Rahmen des Systems hoffen, hoffen vergeblich. Jene die sich für Reformen, nicht
aber für die Perspektive der proletarischen Revolution engagieren, engagieren
sich letztendlich für den Klassenfeind! Wir müssen daraus die richtigen Schlüsse
ziehen und tätig werden. Wir müssen zwischen uns und dem Feind einen klaren
Trennungsstrich ziehen, uns unserer organisierten Stärke bewusst werden. Mit
diesem Trennungsstrich können wir schon heute beginnen – wenn wir uns ein
Werkzeug schaffen welches uns dazu befähigt den Kampf gegen die herrschenden
Verhältnisse, den Kampf gegen den Kapitalismus und für den Kommunismus auf
allen Ebenen zu führen. Dieses Werkzeug kann die Revolutionär-Kommunistische
Partei sein! Sie stellt den bewusstesten, radikalsten Vortrupp der
ArbeiterInnenbewegung dar. So eine Partei gilt es heute in Österreich
aufzubauen – denn derzeit gibt es keine Kampfpartei welche mit der
ArbeiterInnenjugend für die ArbeiterInnenjugend wirkt. Nur im Kommunismus, der
klassenlosen Gesellschaft ist ein würdiges Leben, ein Leben nach dem Prinzip
„jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ überhaupt
möglich! Dazu muss aber zuerst mit dem Kapitalismus in einer proletarischen
Revolution und im Sozialismus restlos aufgeräumt werden, müssen alle seine
Elemente vernichtet und zerschlagen werden. Nur so können wir zu dem Leben
kommen, das uns Arbeiterjugendlichen die Möglichkeit gibt uns frei und nach
unserem Willen zu entwickeln – dem Leben das uns der Kapitalismus vorenthält!
Unterstützt
den Kampf der ArbeiterInnenjugend!
Voran
im Aufbau einer revolutionär-kommunistischen Partei!