Frauenbefreiung erfordert Revolution!

Für wen beginnt nach der Arbeit die Hausarbeit? Wer putzt? Wer sorgt sich um die Kinder? Wer kocht? Wer bekommt weniger Lohn für dieselbe Arbeit? Wer wird sexuell unterdrückt und ausgebeutet? Wer hält diese Missstände aufrecht? Wer zieht den nutzen daraus? Wer unterdrückt die Frau? Wer unterdrückt überhaupt?

Die Stellung der Frau in der Gesellschaft ist nicht immer dieselbe gewesen. Frauenunterrückung ist mit der Entstehung der Klassengesellschaft aufgekommen und das vor tausenden von Jahren. Trotzdem ist es bis heute nicht gelungen die „Gleichberechtigung“ der Frau zu verwirklichen. Der wirklichen Emanzipation der Frau stehen die Herrschenden im Wege. Sie sind es, die den Nutzen daraus ziehen, dass die Frau unterdrückt bleibt. Aus dieser Tatsache ziehen wir den Schluss, dass die Massen der Frauen der ArbeiterInnenklasse den Kampf um ihre Befreiung selbst in die Hand nehmen müssen - als ein von Ausbeutung und Unterdrückung in besonderem Maße betroffener Teil der ArbeiterInnenklasse.  

Das  war beispielsweise auch schon den Arbeiterinnen im New York von 1908 bewusst. Dort wurden die protestierenden Textilarbeiterinnen von den Chefs in eine Baumwollfabrik eingeschlossen. Da plötzlich auf „unerklärliche“ Weise ein Feuer ausbrach, kamen mehr als 150 ArbeiterInnen ums Leben! Daraufhin erklärte die revolutionäre Kommunistin Clara Zetkin 1911 den 8. März zum internationalen Frauentag. Arbeiterinnen der ganzen Welt organisierten sich, sie kämpften und forderten mehr Lohn, den 8-Stunden-Tag, das Wahlrecht für Frauen, Mutterschutz, Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs, gleiche Löhne für gleiche Arbeit, bessere Lebensbedingungen, Abschaffung der Kinderarbeit, Gleichberechtigung der Frauen in allen Lebensbereichen,... doch vor allem den Sozialismus, den Sturz des kapitalistischen Systems! Dass Frauen heute in Karenz gehen können, dass wir uns an Wahlen beteiligen dürfen, dass wir uns zumindest teilweise entscheiden können ob wir überhaupt ein Kind wollen, den Zugang zu Verhütungsmitteln, das Recht zu einer Ausbildung oder zu studieren,... All diese Verbesserungen und Errungenschaften sind nicht von den Herrschenden geschenkt worden. Im Gegenteil diese Umstände und, für uns heute, Selbstverständlichkeiten, mussten durch entschlossene Arbeiterinnen wie jene von New York hart erkämpft werden. Den Arbeiterinnen war klar, dass sie nichts zu verlieren hatten, außer die Büglerei, Kocherei, Wascherei, der Bevormundung durch Chef und Ehemann... also ihre Ketten. Sie repräsentierten die proletarische Frauenbewegung, die konsequenteste Strömung in der Frauenbewegung überhaupt. Eine andere ist die bürgerliche Frauenbewegung. Sie hat nach ihrem großen Aufschwung in den 60er und 70er Jahren, und der damit verbundenen ewigen „Reform-Einforderei“, beispielsweise die „Gleichberechtigung vor dem Gesetz“ erreicht. Heute heißt es die Frau ist emanzipiert, doch wo sieht man das außer auf dem Papier wo das Gesetz drauf steht? Die Frau verdient durchschnittlich um ein drittel we-niger als ihr männlicher Kollege. Von Kindheit an werden Mädchen auf die Reproduktionsarbeit* vorbereitet. In einem großen Teil der Familien hat der Mann letzten Endes das Bestimmungsrecht und ist die Frau finanziell von ihm abhängig.

(*Reproduktion: Wie die Maschine für den nächsten Tag vorbereitet wird um weiter zu produzieren und funktionieren, müssen sich ArbeiterInnen „wiederherstellen“. Das funktioniert mit dem Lohn, den der Arbeiter bekommt um unter anderem seine Grundbedürfnisse zu decken. Also essen, schlafen, Kleidung, soziale Kontakte, Befriedigung sexueller Bedürfnisse, Kinder zeugen und erziehen,...)

Die kapitalistische Krise und die Rolle der Frauen. 

Frauen sind und waren immer schon billige Arbeitskräfte. Je nach Wirtschaftslage werden die Frauen entweder aus der Existenz als Hausfrau geholt oder in diese hineingedrängt. Die Krise bringt uns eine Rekordzahl an Arbeitslosen, Investitionen in soziale Leistungen werden verkürzt gleichzeitig Milliarden in absackende Banken und Unternehmen gesteckt. Die ArbeiterInnen sind es die die Krise ausbaden müssen. Was bedeutet das für die Arbeiterinnen? Der Druck den Job nicht zu verlieren, wird immer stärker. Kindergärten bzw. Betreuungen für die Zeit wo die Mutter arbeitet werden immer teurer und gleichzeitig sinkt das Einkommen. Resultat davon ist, dass der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit immer krasser wird und sich letztere teilweise sogar noch vermehrt. Weil ein großer Teil besonders unsicherer Arbeitsplätze von Frauen besetzt wird, werden viele Arbeiterinnen schneller ihre Jobs verlieren als die männlichen Kollegen. Sie werden dadurch de facto zurückgeschickt an den Herd, wieder in die Rolle als „Mutter und Hausfrau“ gestoßen und sind somit wieder vollständig abhängig vom Einkommen des Mannes (falls der seinen Job noch hat), welches aber auch weniger und weniger wird. Zum Leben bleibt da nicht mehr viel übrig. Wird die Frau vom Kapitalisten gebraucht, so muss sie arbeiten - wenn nicht muss sie noch mehr hausarbeiten. Mit dieser „Zurück-an-den-Herd-Politik“, mit der wir vor allem in Zeiten wie diesen immer wieder konfrontiert werden, wird die patriarchale Familienform gestärkt!  

Rassismus und Homophobie als Werkzeuge der Frauenunterdrückung.

 Für Migrantinnen sind die Bedingungen oftmals noch viel schwieriger. Durch die ständige Ungewissheit jederzeit abgeschoben werden zu können, durch die miserabelsten Arbeitsbedingungen, die frauenunterdrückenden Religionen (Wobei wir hier keine spezielle im Auge haben, da sich sämtliche Religionen auch hier um nicht viel nachstehen) wonach viele Familien leben, die Herrschaft des Mannes über die Familie, die Fremdenfeindlichkeit, sexistische Übergriffe und die bürgerliche Hetze wonach die MigrantInnen an der Krise schuld seien,... All das verschärft die Lage der Migrantinnen im Unterschied zu anderen Frauen.

Lesben werden hingegen ökonomisch meist nicht anders als andere Frauen unterdrückt, befinden sich aber durch ihre sexuelle Orientierung in Widerspruch zu den Grundlagen bürgerlicher, kapitalistischer Moral- und damit Familienvorstellungen. Vom Kapitalismus, der ja gleich Frauenunterdückung bedeutet, sind großteils sowieso nur Frauen geduldet, die sich sexuell auf Männer orientieren. Denn für eine Frau sei es ja oberstes zu erstrebendes Ziel einen Mann „glücklich zu machen“, ihn zu befriedigen.  

Bürgerliche Propaganda und Familie.

 In der Werbung und den bürgerlichen Medien wird der Körper der Frau als Ware vermarktet. Viele Mädchen suchen sich ihre Vorbilder in den berühmten „Persönlichkeiten“, die im Kapitalismus jedoch keine Persönlichkeit sind sondern Ware, was Geld bedeutet. Der schönste Körper, der dünnste Körper, die modernste Kleidung,... Diese Bilder werden jungen Frauen vorgegeben um „etwas darzustellen“ – nämlich die Stellung der Frau als Objekt in der bürgerlichen Gesellschaft, wie eine Geisha. Wer behauptet die Frauen seien „emanzipiert“, lebt fernab der Realität – einer hässlichen Realität. Was die bürgerliche Frauenbewegung ganz klar zeigt, ist, dass der durch Reformen keine völlige Emanzipation erreicht werden kann. Frauen die meinen „Naja, ich fühle mich nicht benachteiligt oder unterdrückt“, sind erstens meistens nicht in der Lage der Friseurin, der Putzfrau, der Kassiererin,... also in einer Lage in der rund 80% der werktätigen Frauen sind. Zweitens beweisen solcherlei Frauen nur, dass die bürgerliche Frauenbewegung den Zweck den sie für die Herrschenden hat, in deren Sinne ganz vorzüglich erfüllt – Sie verschleiert die Unterdrückung und Ausbeutung der Frauen auf äußerst raffinierte Weise und führt dazu, dass sich viele mit dem „Status Quo“ zufrieden geben! Anders bei einer Chefin oder Politikerin (die meist selbst Produkte dieser bürgerlichen Frauenbewegung sind). Ihnen kann es egal sein ob die Frau unterdrückt und ausgebeutet wird. Sie sind ja selbst Ausbeuterinnen. Ist es dreckig in ihrem Palast, so besorgen sie sich eine Putzfrau. Eine Arbeiterin würde wahrscheinlich auch nicht kochen, wenn sie genügend Geld hätte, um jeden Tag im Gasthaus zu dinieren.

Die herrschende Form der Familie ist nichts anderes als die Gemeinschaft, die die Frau dazu zwingt die neue ArbeiterInnengeneration heranzuziehen. Die Reproduktion der Mitglieder einer Familie wird den Frauen seit tausenden von Jahren einfach aufgezwungen. Der Kapitalismus braucht die unterdrückte Stellung der Frauen also um überhaupt zu bestehen. Aus diesem Grund kann sich die Frau in diesem System auch nicht befreien ohne dass sie die gesamte Befreiung der Arbeiterklasse anstrebt. Frauenbefreiung wird erst im Sozialismus möglich. Die proletarische Frauenbewegung geht einher mit der sozialistischen Revolution. Im Sozialismus werden die durch die kapitalistische Klassengesellschaft geschaffenen sozialen und politischen Verhältnisse allgemein, und zwischen den Geschlechtern zueinander im Besonderen, umgewälzt und restlos beseitigt. In der Befreiung der gesamten ArbeiterInnenklasse, im Sozialismus und Kommunismus, liegt daher der Schlüssel zur Befreiung der Frau. Um dieses Ziel zu erreichen ist es notwendig sich schon heute zu organisieren, und gemeinsam gegen die herrschenden Zustände aufzustehen. Kämpfe mit uns! 

Keine Frauenbefreiung, ohne Revolution – Keine Revolution, ohne uns Frauen! 

Für Frauenbefreiung! Das heißt:

Für den Kommunismus!


 

 

 

Zu den Thesen zur Frauenbefreiung der IA RKP

(Initiative für den Aufbau einer Revolutionär-Kommunistischen Partei)

 

Schon im Alltag solle die Unterdrückung der Frauen bekämpft werden, damit meine ich nicht nur die dummen Aussagen wie „Du bist doch nur eine Frau – was hast du schon zu sagen!“ sondern auch, dass Frauen als sexuelle Objekte benutzt werden und nur ein Mittel zur Lustbefriedigung  der Männer dient.

„Sex sells“ ist Alltag geworden! Frauen bzw. Mädchen werden von der Werbung benutzt. Dass auch hier die Unterdrückung der Frauen, in so einem großen, öffentlichen Bereich wie der Werbung und den Medien unterstützt wird ist grauenhaft aber Realität. Doch was passiert dagegen? Es hat keinen Sinn wenn wir weiter unsere Zukunft in die Hände der Politiker legen, da man sich auf keinen Fall sicher sein darf, dass sie sich für das Wohl der ArbeiterInnen einsetzen. Bestimmt der Großteil aller Frauen findet es nicht gerecht, dass sie deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genau die gleiche Arbeit auszuführen haben. Eine Begründung dieser Tatsache, ist, dass bei einer Frau ja die Gefahr besteht schwanger zu werden und für eine Zeit lang aus dem offiziellen Arbeitsleben ausscheidet, das heißt in Karenz gehen muss. Wobei es ja Männern auch offen steht in Karenz zu gehen. Es ist doch sehr positiv für einen Chef eine Frau in seinen Betrieb einzustellen, da er bestimmt einiges an Geld mit ihr gewinnt, was aber eigentlich der alleinige Verdienst der Frau ist, da doch sie dafür gearbeitet hat und nicht ihr Chef. Dadurch wird deutlich, dass die Arbeit, die eine Frau gemacht hat, immer „weniger wert“ ist als wenn sie ein Mann vollbracht hat, obwohl sie genau das gleiche erarbeitet hat als der Mann – Das ist meiner Meinung nach unlogisch, im Kapitalismus jedoch aufgrund der besonderen Ausbeutung der Frauen „logisch“ und alltäglich.

 „Die Hauptforderungen der bürgerlichen Frauenbewegung sind heute in Europa weitgehend durchgesetzt. Die formale Gleichberechtigung der Frauen ist gesetzlich vorgeschrieben und in Österreich einklagbar, oft aber schwer durchsetzbar. In der gesellschaftlichen Realität sieht es aber außerdem so aus, dass Frauen diese Rechte aufgrund der patriarchalen und ökonomischen Unterdrückungsstrukturen nicht genügend einfordern und sie ihnen daher mehrfach unterdrückt. Sie werden vom Kapital stärker ausgebeutet und ihnen wird „traditionell“ der größte Teil der unbezahlten Reproduktionsarbeiten aufgehalst...“ (These 9)

 Auch Männer in der Arbeiterklasse müssen erkennen, dass die Diskriminierung der Frauen auch für sie schlecht ist, der gesamten Klasse schadet. Die Arbeiterklasse muss sich auf revolutionärer Basis  zusammenzuschließen, dann erst können wir wirksam an den Problemen arbeiten die uns betreffen, nämlich an der allgemeinen Ausbeutung des Proletariats durch die imperialistischen Herrscher, und der Ausbeutung der weiblichen Proletarierinnen in Speziellen.

 „Der Grad der weiblichen Emanzipation ist das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation“ (Fourier - These 22)

 Hätte nie fortschrittliche Frauen damit angefangen um ihre Rechte zu kämpfen, würden wir mit Sicherheit heute noch den Mund nicht aufbekommen um unsere Meinungen zu vertreten. Und da noch absolut nicht alles aus der Welt geschaffen ist, was uns unterdrückt, müssen wir weiterkämpfen so wie es andere Frauen vor uns gemacht haben. Das Ziel eines jeden in der Arbeiterklasse muss es heute  sein, das Patriarchat wo es nur geht zu untergraben. Das Ziel der wirklichen Gleichberechtigung von Arbeiterin und Arbeiter ist natürlich das Hauptziel, wird aber erst im Sozialismus vollständig möglich. Wenn wir uns weiterhin gefallen lassen unterdrückt zu werden wird sich in der Arbeiterklasse nie etwas entwickeln. Wir werden sonst immer an derselben Stelle stehen bleiben wo wir immer schon haben stehen müssen, nämlich unter der imperialistischen Bourgeoisie. Es ist völliger Irrsinn es zu tolerieren, dass wir ausgebeutet werden, so werden wir nie etwas erreichen können. Gemeinsam müssen wir die alten Denkmuster die uns anerzogen wurden und die uns geprägt haben vernichten und uns vollkommen in unserem Handeln erneuern, damit uns bewusst, dass wir alle nach gleicher Wertschätzung streben und nur gemeinsam in der Lage sind etwas zu bewirken.

Es kann doch nicht sein, und doch ist es so, dass wir um jedes Recht der Frauen jahrelang kämpfen müssen und gleichzeitig die imperialistische Bourgeoisie immer das von uns erarbeitete Kapital einsteckt.

Egal ob Mann oder Frau, im Kapitalismus wird jeder Arbeiter ausgebeutet. Nur sind die Frauen immer  noch benachteiligter als die Männer.

Die Bourgeoisie hat immer schon versucht ihre Ziel durch zu setzten, ohne Rücksicht auf die Arbeiterklasse. Der Grund dafür, dass auch die Frauen in den Produktionsprozess mit eingebunden wurden ist der,  dass das Kapital mehr billige Arbeitskräfte benötigte und somit noch bessere Sklaven für die Chefs sind. Heute, wo das Proletariat gezwungen ist arbeiten zu gehen,  kommt bei den Frauen noch die Doppelbelastung dazu. Wer würde sich im Kapitalismus denn um die Reproduktionsarbeiten wie Kindererziehung und Haushalt usw. kümmern? Dafür mussten auch die Frau immer schon die Verantwortung tragen.

In einer revolutionären Organisation sind die Frauen gleichberechtigt, da sie kein Abklatsch der kapitalistischen Strukturen sein darf. Die klassenlose Gesellschaft, der Kommunismus, kann nur erreicht werden wenn Arbeiter ihre Klassengenossinnen nicht mehr unterdrücken sondern sich vereinigen und gegen die Unterdrückerklasse stellen.

 Die Beteiligung der Masse der Frauen an den revolutionären Kämpfen ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sie gelingen. (These 25)

 Ich denke die Thesen zur Frauenbefreiung machen es sehr deutlich warum sich die Frauen am Aufstand der Arbeiterklasse beteiligen müssen. Alle Benachteiligungen der Frau müssen ganzheitlich beseitigt werden, um die Voraussetzung zur klassenlosen Gesellschaft zu gewährleisten. Sobald Frauen aufstehen müssen wir uns an ihrem Kampf beteiligen, müssen wir solidarisch sein. Würde der Männerchauvinismus  in der Arbeiterklasse bereits vollständig ausgelöscht sein, so könnte der Aufbau einer  revolutionären Organisation der ausgebeuteten Proletarier, schon ein großes Stück weiter sein. Wenn keine geschiedene Frau mehr diskriminiert wird und ihre Bemühungen zur Gleichberechtigung nicht mehr ignoriert werden, würden wir gemeinsam bestimmt schon mehr erkämpfen können.

 

Keine Revolution ohne uns Frauen!

  Aus: Roter Morgen Nummer 15, Seite 6

 

 

 

 Frauenbefreiung erfordert Revolution!

 

Nicht nur „im Ausland“ zeigt sich Frauendiskriminierung, auch hier in Österreich muss einem die gesellschaftliche Lage der  Frauen bewusst werden. Offensichtlich interessiert es keinen etwas dagegen zu tun das heißt wir  als Frauen, müssen selbst für unsere Befreiung kämpfen.

 Eine formal-juristische Gleichberechtigung, wie sie uns der Staat zugesteht, ist nur eine oberflächliche Gleichberechtigung. „Gleichberechtigung“ vor dem Gesetz wurde formal(!) von der bürgerlichen Frauenbewegung hierzulande erkämpft. Dieser Kampf krempelte die Wurzel der Frauenunterdrückung, den Kapitalismus, aber nicht um. Er gab ihm  einen sozialen Anstrich und erreichte geringfügige Verbesserungen. Von einer Problemlösung kann keine Rede sein. Frauen werden in der kapitalistischen Gesellschaft doppelt unterdrückt. Einerseits durch den Mann, die traditionellen Familienformen, andererseits als Arbeiterin ihres Vorgesetzten. Die Unterdrückung durch den Mann besteht unter anderem durch die religiöse Erziehung bzw. ihren Einflüssen in der Gesellschaft aber auch durch die sexuelle Unterdrückung der Frau. Wenn eine Frau ihren Partner betrügt wird sie oft gleich als „Schlampe“ abgestempelt. Bei einem Mann hingegen wird vielmehr darüber hinweg gesehen. Von Frau wird erwartet, keine Seitensprünge zu machen, doch der Mann kann tun und lassen was er will ohne dass er sofort schlecht da steht.

 Im Kommunismus sollen Frauen,  so wie jede/r, nach ihren eigenen Bedürfnissen leben, dadurch besteht auch für die Frau der Zwang zur Monogamie nicht mehr. Das bedeutet nicht dass jeder mit jedem soll. Viel mehr lernen die Menschen gegenseitig auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Erst durch den Sozialismus kann die Frau ein freier und gleichberechtigter Teil der Gesellschaft werden, da sie weder ihren Chef noch ihren Mann verpflichtet ist. Im Kapitalismus hingegen kann das nicht zustande kommen weil die Chefs billigere Arbeitskräfte (was nun mal Frauen und  auch Migranten sind) brauchen, damit das von uns erarbeitete Kapital mehr und mehr wird. Dieses Kapital dient natürlich alleine den Bossen. Als Arbeiterin offenbart sich die Unterdrückung in der verstärken Ausbeutung durch den Kapitalisten, da sie (neben

der „normalen“ Ausbeutung) für noch weniger Lohn als ihr männlicher Mitarbeiter, arbeiten muss. Dazu kommt auch noch die unbezahlte „Reproduktionsarbeit“ das sind beispielsweise Kindererziehung und Hausarbeit. Ohne diese Tätigkeiten wäre das kapitalistische System gar nicht erst möglich. Die Reproduktionsarbeit zählt zu den schwersten Arbeiten die einen am meisten abstumpft und erschöpft. Kommt die Frau von ihrer Arbeit nach Hause, steht sie vor dieser Erschwernis. Wer würde sich denn nach einem anstrengenden Arbeitstag sonst kümmern ums abwaschen, staubsaugen Wäsche waschen, bügeln, kochen, mit den Kindern Hausaufgaben machen, einkaufen,...? Da bleibt keine (oder kaum noch) Zeit mehr für Erholung  und noch viel weniger für eigene Interessen.

Aber welchen schweren Herausforderungen sich eine Frau aus einer anderen Kultur bzw. Religion (Beispiel: Islam,...) mit einer anderen Sprache stellen muss, ist kaum vorstellbar. Die hierbei religiös begründete Unterdrückung durch den Mann sieht man zum Beispiel an Kopftüchern oder Beschneidungen. Das Kopftuch für Frauen sollte den Zweck erfüllen, dass sich die Frau nur ihren Mann unverschleiert zeigen darf und für keinen anderen in irgendeiner weise attraktiv sein darf. Der Mann erzwingt dadurch die Monogamie seiner Frau. Beschnitten werden sie, damit sie keine Lust beim Sex empfinden können und der Geschlechtsverkehr allein zur Befriedigung des Mannes da ist. Der Frau wird das Recht an der sexuellen Lust entzogen, das heißt gleichzeitig, dass sie ihren Bedürfnissen nicht nachgehen darf. Religion ist das schlimmste was sich der Mensch jemals ausgedacht hat. Jede Religion, ob Moslem oder Christ, heißt Unterdrückung und Herrschaft über die Frau. Auch wenn jemand meint er/sie würde „freiwillig“ ein Kopftuch tragen... aber ist es nicht so, dass wenn sich eine Frau weigert ein Kopftuch zu tragen, ihre streng religiöse Familie sie  schlimmsten Falls sogar nicht mehr als ein Familienmitglied anerkennt? Migrantinnen die hier in Österreich arbeiten aber oft gar nicht abgesichert sind durch eine Versicherung oder durch eine Gewerkschaft usw, werden durch ihren Chef, in fast allen Fällen, viel geringer als „heimische“ ArbeiterInnen bezahlt Und wenn sie es geschafft haben in einem Betrieb eingestellt zu werden, ist es nicht sicher ob einen der Arbeitgeber doch nicht wieder auf die Straße setzt (was aber nicht nur bei MitgantInnen so ist). Der Erhalt einer, ein bisschen Sicherheit gebenden, österreichischen Staatsbürgerschaft ist ein Elends langer Prozess, der bis zu zehn Jahren und länger dauern kann.

Wie wenn das nicht schon genug Probleme wären, meinen einige durch Rassismus weiter gegen MirgantInnen hetzten zu müssen. Sie werden häufig öffentlich auf der Straße diskriminiert, angespuckt und beschimpft. Oft kommt auch vor, dass sie sexuell belästigt werden. Sie werden häufig Opfer von Nazis und ziehen in Gegenden in denen andere Migranten wohnen wo sie der Gewalt nicht mehr so sehr ausgeliefert sind. Das führt oft zur Gettoisierung, wodurch in der Regel wiederum das Erlernen der Deutschen Sprache stark behindert wird. Überall werden die Frauen der ArbeiterInnenklasse besonders unterdrückt. Ob das in der Türkei, in Österreich oder  sonst wo stattfindet tut in Wirklichkeit nichts zur Sache. Wir wollen nicht nur die Herrschaft des Mannes über die Frau (das Patriarchat) bewusst machen, wir wollen das Patriarchat und somit den Kapitalismus stürzen um die klassen-lose Gesellschaft, den Kommunismus,  zu erreichen. Dazu müssen wir uns zusammenschließen, uns organisieren! Diesen Kampf führen wir auch um  auch wirkliche Gleichberechtigung und Befreiung der Frau.

 

Es gibt keine Revolution ohne uns Frauen!

Frauenkampf ist Klassenkampf!

 

Aus: Roter Morgen Nummer 16, Seite 7