Zu
den Thesen zur Frauenbefreiung der IA RKP
(Initiative
für den Aufbau einer Revolutionär-Kommunistischen Partei)
Schon im Alltag solle
die Unterdrückung der Frauen bekämpft werden, damit meine ich nicht nur die
dummen Aussagen wie „Du bist doch nur eine Frau – was hast du schon zu
sagen!“ sondern auch, dass Frauen als sexuelle Objekte benutzt werden und nur
ein Mittel zur Lustbefriedigung der
Männer dient.
„Sex sells“ ist
Alltag geworden! Frauen bzw. Mädchen werden von der Werbung benutzt. Dass auch
hier die Unterdrückung der Frauen, in so einem großen, öffentlichen Bereich
wie der Werbung und den Medien unterstützt wird ist grauenhaft aber Realität.
Doch was passiert dagegen? Es hat keinen Sinn wenn wir weiter unsere Zukunft in
die Hände der Politiker legen, da man sich auf keinen Fall sicher sein darf,
dass sie sich für das Wohl der ArbeiterInnen einsetzen. Bestimmt der Großteil
aller Frauen findet es nicht gerecht, dass sie deutlich weniger verdienen als
ihre männlichen Kollegen, obwohl sie genau die gleiche Arbeit auszuführen
haben. Eine Begründung dieser Tatsache, ist, dass bei einer Frau ja die Gefahr
besteht schwanger zu werden und für eine Zeit lang aus dem offiziellen
Arbeitsleben ausscheidet, das heißt in Karenz gehen muss. Wobei es ja Männern
auch offen steht in Karenz zu gehen. Es ist doch sehr positiv für einen Chef
eine Frau in seinen Betrieb einzustellen, da er bestimmt einiges an Geld mit ihr
gewinnt, was aber eigentlich der alleinige Verdienst der Frau ist, da doch sie
dafür gearbeitet hat und nicht ihr Chef. Dadurch wird deutlich, dass die
Arbeit, die eine Frau gemacht hat, immer „weniger wert“ ist als wenn sie ein
Mann vollbracht hat, obwohl sie genau das gleiche erarbeitet hat als der Mann
– Das ist meiner Meinung nach unlogisch, im Kapitalismus jedoch aufgrund der
besonderen Ausbeutung der Frauen „logisch“ und alltäglich.
„Die
Hauptforderungen der bürgerlichen Frauenbewegung sind heute in Europa
weitgehend durchgesetzt. Die formale Gleichberechtigung der Frauen ist
gesetzlich vorgeschrieben und in Österreich einklagbar, oft aber schwer
durchsetzbar. In der gesellschaftlichen Realität sieht es aber außerdem so
aus, dass Frauen diese Rechte aufgrund der patriarchalen und ökonomischen
Unterdrückungsstrukturen nicht genügend einfordern und sie ihnen daher
mehrfach unterdrückt. Sie werden vom Kapital stärker ausgebeutet und ihnen
wird „traditionell“ der größte Teil der unbezahlten Reproduktionsarbeiten
aufgehalst...“ (These 9)
Auch Männer in der
Arbeiterklasse müssen erkennen, dass die Diskriminierung der Frauen auch für
sie schlecht ist, der gesamten Klasse schadet. Die Arbeiterklasse muss sich auf
revolutionärer Basis zusammenzuschließen,
dann erst können wir wirksam an den Problemen arbeiten die uns betreffen, nämlich
an der allgemeinen Ausbeutung des Proletariats durch die imperialistischen
Herrscher, und der Ausbeutung der weiblichen Proletarierinnen in Speziellen.
„Der
Grad der weiblichen Emanzipation ist das natürliche Maß der allgemeinen
Emanzipation“ (Fourier - These 22)
Hätte nie
fortschrittliche Frauen damit angefangen um ihre Rechte zu kämpfen, würden wir
mit Sicherheit heute noch den Mund nicht aufbekommen um unsere Meinungen zu
vertreten. Und da noch absolut nicht alles aus der Welt geschaffen ist, was uns
unterdrückt, müssen wir weiterkämpfen so wie es andere Frauen vor uns gemacht
haben. Das Ziel eines jeden in der Arbeiterklasse muss es heute
sein, das Patriarchat wo es nur geht zu untergraben. Das Ziel der
wirklichen Gleichberechtigung von Arbeiterin und Arbeiter ist natürlich das
Hauptziel, wird aber erst im Sozialismus vollständig möglich. Wenn wir uns
weiterhin gefallen lassen unterdrückt zu werden wird sich in der Arbeiterklasse
nie etwas entwickeln. Wir werden sonst immer an derselben Stelle stehen bleiben
wo wir immer schon haben stehen müssen, nämlich unter der imperialistischen
Bourgeoisie. Es ist völliger Irrsinn es zu tolerieren, dass wir ausgebeutet
werden, so werden wir nie etwas erreichen können. Gemeinsam müssen wir die
alten Denkmuster die uns anerzogen wurden und die uns geprägt haben vernichten
und uns vollkommen in unserem Handeln erneuern, damit
uns bewusst, dass wir alle nach gleicher Wertschätzung streben und nur
gemeinsam in der Lage sind etwas zu bewirken.
Es kann doch nicht sein,
und doch ist es so, dass wir um jedes Recht der Frauen jahrelang kämpfen müssen
und gleichzeitig die imperialistische Bourgeoisie immer das von uns erarbeitete
Kapital einsteckt.
Egal ob Mann oder Frau,
im Kapitalismus wird jeder Arbeiter ausgebeutet. Nur sind die Frauen immer
noch benachteiligter als die Männer.
Die Bourgeoisie hat
immer schon versucht ihre Ziel durch zu setzten, ohne Rücksicht auf die
Arbeiterklasse. Der Grund dafür, dass auch die Frauen in den Produktionsprozess
mit eingebunden wurden ist der, dass
das Kapital mehr billige Arbeitskräfte benötigte und somit noch bessere
Sklaven für die Chefs sind. Heute, wo das Proletariat gezwungen ist arbeiten zu
gehen, kommt bei den Frauen noch
die Doppelbelastung dazu. Wer würde sich im Kapitalismus denn um die
Reproduktionsarbeiten wie Kindererziehung und Haushalt usw. kümmern? Dafür
mussten auch die Frau immer schon die Verantwortung tragen.
In einer revolutionären
Organisation sind die Frauen gleichberechtigt, da sie kein Abklatsch der
kapitalistischen Strukturen sein darf. Die klassenlose Gesellschaft, der
Kommunismus, kann nur erreicht werden wenn Arbeiter ihre Klassengenossinnen
nicht mehr unterdrücken sondern sich vereinigen und gegen die Unterdrückerklasse
stellen.
Die
Beteiligung der Masse der Frauen an den revolutionären Kämpfen ist eine
unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sie gelingen. (These 25)
Ich denke die Thesen zur
Frauenbefreiung machen es sehr deutlich warum sich die Frauen am Aufstand der
Arbeiterklasse beteiligen müssen. Alle Benachteiligungen der Frau müssen
ganzheitlich beseitigt werden, um die Voraussetzung zur klassenlosen
Gesellschaft zu gewährleisten. Sobald Frauen aufstehen müssen wir uns an ihrem
Kampf beteiligen, müssen wir solidarisch sein. Würde der Männerchauvinismus
in der Arbeiterklasse bereits vollständig ausgelöscht sein, so könnte
der Aufbau einer revolutionären
Organisation der ausgebeuteten Proletarier, schon ein großes Stück weiter
sein. Wenn keine geschiedene Frau mehr diskriminiert wird und ihre Bemühungen
zur Gleichberechtigung nicht mehr ignoriert werden, würden wir gemeinsam
bestimmt schon mehr erkämpfen können.
Keine
Revolution ohne uns Frauen!
Aus:
Roter Morgen Nummer 15, Seite 6
Frauenbefreiung
erfordert Revolution!
Nicht
nur „im Ausland“ zeigt sich Frauendiskriminierung, auch hier in Österreich
muss einem die gesellschaftliche Lage der
Frauen bewusst werden. Offensichtlich interessiert es keinen etwas
dagegen zu tun das heißt wir
als Frauen, müssen selbst für unsere Befreiung kämpfen.
Eine
formal-juristische Gleichberechtigung, wie sie uns der Staat zugesteht, ist nur
eine oberflächliche Gleichberechtigung.
„Gleichberechtigung“
vor dem Gesetz wurde formal(!) von der bürgerlichen Frauenbewegung hierzulande
erkämpft. Dieser Kampf krempelte die Wurzel der Frauenunterdrückung, den
Kapitalismus, aber nicht um. Er gab ihm einen
sozialen Anstrich und erreichte geringfügige Verbesserungen. Von einer Problemlösung
kann keine Rede sein.
Frauen
werden in der kapitalistischen Gesellschaft doppelt unterdrückt. Einerseits
durch den Mann, die traditionellen Familienformen, andererseits als Arbeiterin
ihres Vorgesetzten. Die Unterdrückung durch den Mann besteht unter anderem
durch die religiöse Erziehung bzw. ihren Einflüssen in der Gesellschaft aber
auch durch die sexuelle Unterdrückung der Frau. Wenn eine Frau ihren Partner
betrügt wird sie oft gleich als „Schlampe“ abgestempelt. Bei einem Mann
hingegen wird vielmehr darüber hinweg gesehen.
Von Frau wird erwartet, keine Seitensprünge zu machen, doch der Mann kann tun
und lassen was er will ohne dass er sofort schlecht da steht.
Im
Kommunismus sollen Frauen, so wie
jede/r, nach ihren eigenen Bedürfnissen leben, dadurch besteht auch für die
Frau der Zwang zur Monogamie nicht mehr. Das bedeutet nicht dass jeder mit jedem
soll. Viel mehr lernen die Menschen gegenseitig auf ihre Bedürfnisse Rücksicht
zu nehmen. Erst durch den Sozialismus kann die Frau ein freier und
gleichberechtigter Teil der Gesellschaft werden, da sie weder ihren Chef noch
ihren Mann verpflichtet ist. Im Kapitalismus hingegen kann das nicht zustande
kommen weil die Chefs billigere Arbeitskräfte (was nun mal Frauen und
auch Migranten sind) brauchen, damit das von uns erarbeitete Kapital mehr
und mehr wird. Dieses Kapital dient natürlich alleine den Bossen. Als
Arbeiterin offenbart sich die Unterdrückung in der verstärken Ausbeutung durch
den Kapitalisten, da sie (neben
der
„normalen“ Ausbeutung) für noch weniger Lohn als ihr männlicher
Mitarbeiter, arbeiten muss. Dazu kommt auch noch die unbezahlte „Reproduktionsarbeit“ das sind beispielsweise Kindererziehung
und Hausarbeit. Ohne diese Tätigkeiten wäre das kapitalistische System gar
nicht erst möglich. Die Reproduktionsarbeit zählt zu den schwersten Arbeiten
die einen am meisten abstumpft und erschöpft. Kommt die Frau von ihrer Arbeit
nach Hause, steht sie vor dieser Erschwernis. Wer würde sich denn nach einem
anstrengenden Arbeitstag sonst kümmern ums abwaschen, staubsaugen Wäsche
waschen, bügeln, kochen, mit den Kindern Hausaufgaben machen, einkaufen,...? Da
bleibt keine (oder kaum noch) Zeit mehr für Erholung und noch viel weniger für eigene Interessen.
Aber
welchen schweren Herausforderungen sich eine Frau aus einer anderen Kultur bzw.
Religion (Beispiel: Islam,...) mit einer anderen Sprache stellen muss, ist kaum
vorstellbar. Die hierbei religiös begründete Unterdrückung durch den Mann
sieht man zum Beispiel an Kopftüchern oder Beschneidungen. Das Kopftuch für
Frauen sollte den Zweck erfüllen, dass sich die Frau nur ihren Mann
unverschleiert zeigen darf und für keinen anderen in irgendeiner weise
attraktiv sein darf. Der Mann erzwingt dadurch die Monogamie seiner Frau.
Beschnitten werden sie, damit sie keine Lust beim Sex empfinden können und der
Geschlechtsverkehr allein zur Befriedigung des Mannes da ist. Der Frau wird das
Recht an der sexuellen Lust entzogen, das heißt gleichzeitig, dass sie ihren
Bedürfnissen nicht nachgehen darf. Religion ist das schlimmste was sich der
Mensch jemals ausgedacht hat. Jede Religion, ob Moslem oder Christ, heißt
Unterdrückung und Herrschaft über die Frau. Auch wenn jemand meint er/sie würde
„freiwillig“ ein Kopftuch tragen... aber ist es nicht so, dass wenn sich
eine Frau weigert ein Kopftuch zu tragen, ihre streng religiöse Familie sie schlimmsten Falls sogar nicht mehr als ein Familienmitglied
anerkennt? Migrantinnen die hier in Österreich arbeiten aber oft gar nicht
abgesichert sind durch eine Versicherung oder durch eine Gewerkschaft usw,
werden durch ihren Chef, in fast allen Fällen, viel geringer als
„heimische“ ArbeiterInnen bezahlt Und wenn sie es geschafft haben in einem
Betrieb eingestellt zu werden, ist es nicht sicher ob einen der Arbeitgeber doch
nicht wieder auf die Straße setzt (was aber nicht nur bei MitgantInnen so ist).
Der Erhalt einer, ein bisschen Sicherheit gebenden, österreichischen Staatsbürgerschaft
ist ein Elends langer Prozess, der bis zu zehn Jahren und länger dauern kann.
Wie
wenn das nicht schon genug Probleme wären, meinen einige durch Rassismus weiter
gegen MirgantInnen hetzten zu müssen. Sie werden häufig öffentlich auf der
Straße diskriminiert, angespuckt und beschimpft. Oft kommt auch vor, dass sie
sexuell belästigt werden. Sie werden häufig Opfer von Nazis und ziehen in
Gegenden in denen andere Migranten wohnen wo sie der Gewalt nicht mehr so sehr
ausgeliefert sind. Das führt oft zur Gettoisierung, wodurch in der Regel
wiederum das Erlernen der Deutschen Sprache stark behindert wird. Überall
werden die Frauen der ArbeiterInnenklasse besonders unterdrückt. Ob das in der
Türkei, in Österreich oder sonst
wo stattfindet tut in Wirklichkeit nichts zur Sache. Wir wollen nicht nur die
Herrschaft des Mannes über die Frau (das Patriarchat) bewusst machen, wir
wollen das Patriarchat und somit den Kapitalismus stürzen um die klassen-lose
Gesellschaft, den Kommunismus, zu
erreichen. Dazu müssen wir uns zusammenschließen, uns organisieren! Diesen
Kampf führen wir auch um auch
wirkliche Gleichberechtigung und Befreiung der Frau.
Es gibt keine Revolution ohne uns Frauen!
Frauenkampf ist Klassenkampf!
Aus:
Roter Morgen Nummer 16, Seite 7