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Ungarnreise 2008


Am 21.11. und 22.11.2008 gab es eine Bedeckung zweier heller Sterne durch Kleinplaneten in Ungarn deren Schattenpfade nur wenige Kilometer auseinander liegen sollten. Die Chance innerhalb von nur 24 Stunden 2 Messungen machen zu können lockte Otto Farago und mich in das Land der Magyaren.
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Gleich nach der Ankunft ging wurde als erstes die lokale Volkssternwarte besucht. Das Gelände war früher ein komunistisches Jugendlager mit angeschlossener Sternwarte. Heute hat ein lokaler Astroverein das Gebäude gepachtet.


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Die Unterbringung erfolgte im Hotel Korda , das einem lokalen Schlagerstar gehört, dessen Bilder in der Lobby an allen Wänden hingen

Am Folgetag sollte es schon zur ersten Sternbedeckung nach Ostungarn gehen. Vorher wurde noch eine Stadtrundfahrt eingelegt.
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Programm der Stadrundfahrt

Budapest ist auf der östlichen Donauseite flach. Mitte des 19'ten Jahrhunderts gab es dort eine große Überschwemmung die fast alle Häuser (bis auf 30) zerstörte. Die Stadt wurde danach im Stil eines 'imperialen' Historismus prachtvoll neu erbaut.
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Auch die Stephanskatedrale ist im 19'ten Jh. entstanden.


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Das Innere des Stephansdoms im 'Neoarrock'

Das bekannteste Bauwerk Ungarns ist sicher das Parlament. Wie der dt. Reichstag oder die britischen 'Houses of Parlament' ist er ein historistischer Prachtbau.
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Während der Stadtführung sind wir 2 mal um das Parlament gefahren. Zur Besichtigung war keine Zeit. Es soll auch innen sehr schön sein - ein Grund Budapest nochmal zu besuchen.


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Währen des Neubaus vor 150 Jahren hat man der Eisenbahn viel Platz eingeräumt. Die Budapester Bahnhöfe sind die größten und prachtvollsten die ich bisher gesehen habe. Dieser Bahnhof wurde von Gustav Eifel konstruiert der auch die Freiheitsstatue und den Eifelturm gebaut hat.


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Budapest hat heiße Quellen die in große Thermalbäder geleited werden. Im 19ten Jh. war Budapest daher auch ein beliebter Badeort der High-Society.

Der Budapester Heldenplatz ist Teil des Weltkulturerbes der Vereinten Nationen.
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Im Zentrum steht eine Säule mit 7 Reitern welche die mythischen Gründer des Staates im 8 Jh. repräsentieren. Auf der Säule ist ein Siegesengel mit der ungarischen Königskrone zu sehen.


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In den Kolonnaden stehen mehr als ein Dutzend Helden aus der ungarischen Geschichte. Einen Sonderplatz nimmt der heilige Stephan ein, der als erster christlicher König das Land einte und zum neunen Glauben führte.


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Direkt am Heldenplatz ist ein U-Bahneingang zu sehen. Die Budapester U-Bahn war die erste der Welt. Sie hat den Charakter einer Kleinbahn und läuft nur wenige Zentimenter unter der Straßendecke. Die U-Bahnhöfe sind lediglich kleine, niedrige Kellerräume.


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Die Budapester Musikschule ist nach Franz Liszt benannt. Er hatte in dem schönen Gebäude ein Ehrenapartment, das er während seiner Besuche frei nutzen konnte.

Auf der Westseite ist Budapest gebirgig. Auf einem der Hügel ist eine alte Festung zu sehen.
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In der Festung ist ein Museum und ein Wachsfigurenkabinett. Zudem gibt es eine 'Freiheitsstatue' die dort vom russischen Militär als Ehrenmal errichtet wurde.


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Von der Festung aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt.


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Ein zweiter Hügel ist der Burgberg mit dem barocken Königsschloß der Habsburger. Leider wurde das Schloß während der Kriege weitgehend zerstört und wurde nur äußerlich rekonstruiert.

Der Burgberg war im Mittelalter befestigt. Von den Mauern hat sich die malerische 'Fischerbastei' am besten erhalten.
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Die zur Donau gerichtete Fischerbastei erhielt ihren Namen weil sie von der Gilde der Donaufischer errichtet wurde. Auf dem Foto ist Otto Farago mit Attila Mizser zu sehen. Attila Mizser ist ein Mitarbeiter der Budapester Volkssternwarte der uns netterweise etwas durch die Stadt geführt hat.


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Zum Burgberg gehört auch die 'Krönungskirche'. In ihr sind während der langen ungarischen Geschichte jedoch nur 6 Könige gekrönt worden. Zuletzt Kaiser Franz-Joseph mit seiner Sissi.

Auf dem Burgberg versammeln sich alte und neue Geschichte. Das ehemalige Verteidigungsministerium besitzt Einschüsse aus dem 2. Weltkrieg.
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Auf dem Burgberg haben sich einige Gebäude aus dem 16'ten Jh. im Renaissance-Stil erhalten. So auch das alte Rathaus von Buda.

Ein Kuriosum ist das Labyrinth im Burgberg.
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Das Labyrinth befindet sich in einerer Reihe natürlicher Höhlen die im 2. Weltkrieg als Luftschutzbunker ausgebaut wurden. In den dunklen Gängen haben sich verschiedene Künstler mit Skulpturen verwirklicht.


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Es gibt Anspielungen auf steinzeitliche Höhlenkunst....


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...einen Weinbrunnen mit echten Wein und einen halb versunkenen König...


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... und den Abdruck einer riesigen Colaflsche




Nach der Stadtführung fuhren wir nach Ostungran in der Hoffnung das sich vielleicht doch noch die Wolken öffen und einen Blick auf die Verfinsterung des 6mag Sterns Hip20281 durch den Planetoiden Libera erlauben.
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Leider waren nur Wolken zusehen.

Als fest stand, dass es keine Chancen auf Wolkenlücken geben würde, sind wir weiter nach Eger gefahren und haben uns dort ein Hotel gesucht. In Eger haben wir noch einen kleinen nächtlichen Stadtbummel gemacht.
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Eger ist eine alte Bischhofsstadt mit vielen schönen Gebäuden aus dem 18'ten Jh.
Aus der Türkenzeit im 16'ten Jh. ist noch ein Minarett stehen geblieben. Es ist das nördlichste osmanische Bauwerk in Europa.


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Direkt vor dem Hotel gab es dieses seltsame Bauwerk. Eine Mischung aus Kirche und Rakete. - Im Inneren befand sich ein.... Internetcafe!

Im Internetcafe prüften wir das Wetter für die Folgenacht, in der unweit von Eger die 2. Sternbedeckung stattfinden sollte. Der Himmel war schon am Vormittag blau und so waren wir guter Hoffnung die zweite Messung erfolgreich durchführen zu können.
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Leider trübte das Wetter im Tagesverlauf wieder ein. Auf dem Bild oben ist nochmal das Minarett zu sehen, das von den Touristen bestiegen werden kann.

Währen der Besichtigung der Burg von Eger schauten wir sorgenvoll in den Himmel.
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Die Burg von Eger ist eine mächtige Festung mit gotischen Pallas.

Im innern der Burg gibt es ein Museum zur Belagerung während der Türkenzeit. Ein lokaler Freiheitskämpfer namens Istvan Dobo verteidigte die Festung mehrere Monate und ist als Held in die Geschichte eingegangen. Der in Ungarn sehr populäre Roman ''Sterne von Eger'' von Géza Gárdonyi behandelt diese Ereignisse. Die Schlacht von Eger verzögerte die Besetzung jedoch nur um einige Jahrzehnte. 1596 wurde die Stadt doch noch eingenomen und blieb 91 Jahre unter türkischer Verwaltung.
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Istvan Dobo und seine Gegner und Mitstreiter sind als Wachsfiguren zu sehen.

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Daneben gibt es in der Burg eine schöne Kunstsammlung die von den Bischhöfen zusammengetragen wurde.


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Von der Burg hat man einen tollen Blick auf das Panorama der Stadt mit seinen vielen schönen alten Häusern.


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Dabei entdeckten wir einen Turm, der so aussah wie eine alte Sterwarte.


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Tatsächlich hat Eger eine historische Sternwarte die in einem alten Gebäude untergebracht ist das im 18'ten Jh. als Universität geplant war. Die Instrumente kann man besichtigen, doch als wir gehen 15:00 Uhr ankamen war das Museum unerwartet schon geschlossen :-( .


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So blieb nur ein Spaziergang durch die Stadt. Der Ort ist in einem einheitlichen Barockstil den man in Deutschland nur sehr selten findet.


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Neben der Burg ist der Dom die bedeutenste Sehenswürdigkeit. Er wurde im 19'ten Jh. in Neo-Barock neu errichtet. Dort haben wir eine Kerze für gutes Wetter angezündet, was auch geholfen hat.




Am Abend herrschten wechselnde Wetterbedingungen. Am gewählten Zielort klarte es jedoch rechtzeitig auf, so das die Bedingungen sehr gut gewesen sind!
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Zum Bedeckungszeitpunkt gabe es bestes Wetter!


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Die Prognose von Meteoblue (2. Verfinsterung rechts) war voll eingetroffen


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Ich hatte mein Equipment etwa 30 km südwestlich von Eger aufgebaut. Otto hatte seine Station nochmal 25km weiter westlich aufgestellt.

Alles funktionierte bestens. Der Stern war mit einem 50mm Objektiv leicht gefunden und ist oben markiert. - leider ist dann 30 sek vor dem Event aus ungeklärten Gründen die Kamera ausgefallen. Im verzweifelten Bemühen sie wieder in Gang zu setzen wurde auch die visuelle Beobachtung verpasst.
Leider Pech gehabt. - aber die Reise hat sich dennoch gelohnt.
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Auf dem Rohbild mit 50mm 1:1,8 und 2fps (deinterlaced 4fps) war der 7mag Zielstern leicht zu erkennen. Hätte alles geklappt wie geplant, wäre die Belichtungszeit nochmal halbiert worden.






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Labyrinth im Burgberg
Eger (Erlau) bei Wikipedia